Wie sage ich meinen Kindern freundlich, was sie zu tun haben?!

Wie sage ich meinen Kindern freundlich, was sie zu tun haben?!

Ich möchte freundlich mit meinen Kindern sprechen, ich möchte nicht mehr schreien, doch wie sage ich meinen Kindern freundlich, was sie zu tun oder zu lassen haben?!

Ich habe vier Mädchen, die mal mehr mal weniger kooperativ sind und manchmal tun sie auch Dinge die einfach gar nicht gehen. Seit Tagen (oder sind es schon Wochen, Monate, seit kurz nach der Geburt des 1. Kindes?) ist die Stimmung im Alltag so lala.

Ich habe einen GfK (kurz für Gewaltfreie Kommunikation)  Trainer bei einem Onlinekongress gesehen, der Konfliktleichtigkeit versprochen hat. Ich habe daraus interpretiert „Cool, jetzt lerne ich, wie ich Konflikte wertschätzend, freundlich löse und bekomme was ich will…“

Spoiler: Es sind nicht die „richtigen“ Worte die mehr Leichtigkeit in Familien bringt, sondern viel Selbstverantwortung und vor allem die Haltung dahinter. Was heißt das?
3 Fragen, damit du überprüfen kannst, ob du dir mehr davon durchlesen möchtest:

Wie merke ich, dass die GfK sinnvoll für mich sein könnte?

  1. Hat dein Konfliktverhalten noch Luft nach oben? Wenn es also nicht so läuft, wie du es dir vorgestellst, bist du dann gelassen, lösungsorientiert, oder kommst du durchaus auch ins Schreien, Schimpfen, Motzen, Meckern? Befrage dazu gerne auch deinen Partner, Kinder, … 😉
  2. Hast du manchmal folgende Gedanken: „Wenn mein Mann/Kinder sich ein wenig anders verhalten würden, müsste ich ja auch nicht so schreien!“
  3. Hast du manchmal ähnliche Gedanken wie: „Phuu, das hab ich mal wieder voll verkackt, ich bin die schlimmste Mutter der Welt, alle anderen bekommen das doch auch geregelt!?“

Bei dem ein oder anderen Nicken und Zustimmen – go on, if you want.

Wichtig vorab: die GfK besteht aus 2 Komponenten: 1) der Sprache und 2) die Haltung.

Sprachliche Schritte in der GfK:

  1. Beobachtung/Wahrnehmung
  2. Gefühle benennen
  3. Bedürfnisse ausdrücken
  4. Bitte formulieren

Das hat einen psychologischen Hintergrund – mehr dazu in „Warum heißt achtsame, wertschätzende verbindende Kommunikaton?“

 

Ich kann freundlich und korrekt in den Schritten sprechen, doch wenn die Haltung dahinter nicht stimmt, merkt der Gegenüber das. Ein Beispiel, dass voraussichtlich jeder bereits erlebt habt: dieses „falsche“ Lächeln und die Worte eines Gegenübers, die offensichtlich nicht mit den „inneren Gedanken“ übereinstimmt. Der kann noch so freundlich sprechen, ich merken, sobald ich ihr/ihm den Rücken zukehre, wird er mit den Augen rollen.

 

Bist du bereit in die Welt der GfK einzutauchen?

 

Der Kern sind die Bedürfnisse: Kannst du welche benennen?

 

Spoiler: ich habe Abitur, würde mich als bedürfnisorientiert einschätzen, wir hatten Familienbett und ich habe nach Bedarf gestillt, doch benennen konnte ich keine.

 

Beispiel: Top 3 Bedürfnisse die im Familienalltag zu kurz kommen?

Aus Sicht der Eltern:

Unterstützung: sei es im Haushalt, beim Kochen, der Kinderbespaßung

Austausch/Kommunikation zwischen Eltern: Ich sehe manchmal meine Partner, doch gesprochen haben wir nicht – meine Freundin weiß mehr über meinen Alltag, als mein Mann.

Wertschätzung/Gesehen werden: Danke, dass du

Je nach Alter der Kinder Ruhe/Schlaf/Entspannung.

 

GfK liebt Perspektivwechsel

 

Aus Sicht der Kinder:

Spiel & Spaß:

Wertschätzung, Gesehen werden:

Selbstbestimmung:

 

Warum ist das so wichtig zu wissen?

Ich sage jetzt mal plakativ: unsere Lebensqualität hängt davon ab.

 

Denn unerfüllte Bedürfnisse führen zu unangenehmen Gefühlen.

Erfüllte Bedürfnisse führen zu angenehmen Gefühlen.

 

Eine Grundannahme in der Haltung ist:

… dass jeder Mensch die gleichen Bedürfnisse hat, sie sind uns von Natur aus gegeben egal ob es ein Mensch in Afrika, Amerika, Deutschland oder Portugal ist.

… Sie sind nur nicht alle gleich akut.  Ich habe Hunger, du brauchst vielleicht gerade hauptsächlich Schlaf.

… Alles wir tun, ist akutell das Beste was wir tun können um uns ein Bedürfnis zu erfüllen – und das hat nicht immer die beste Strategie.

Strategie ist die Art und Weise wie ich mir ein Bedürfnis erfülle.

 

Lies das gerne nochmal durch und lass das sacken.

 

 

Wie entstehen Konflikte und wie kann sie vermeiden?

Bedürfnis Person 1 trifft auf Bedürfnis von Person 2 zur gleichen Zeit.

Grundannahme der GfK: Alle Bedürfnisse sind gleichwertig, auch die der Kinder.

Personengruppe 1 bevorzugt abends Spiel und Spaß

Personengruppe 2 Ruhe und Entspannung

 

Jetzt kommt gleich der erste Kommunikations Hack.

 

Jetzt sehe ich die Bedürfnisse, sagen manchmal unsere eigenen Bedürfnisse nicht – schieben dann auch gerne Mal was vor.

 

Ihr wollt Spiel und Spaß – aber Fürsorge, morgen ist Schule „Ab ins Bett“

Du willst die Schuhe selber zubinden – aber ich spüre Druck, mir ist Verlässlichkeit wichtig –

 

Kommunikationshack GLEICHZEITIG

Du musst noch gar nichts verändern.

 

Ich sehe ihr wollt noch Spiele gleichzeitig … merke ich wie erschöpft ich bin und Ruhe brauche

Ich sehe du wills deine Jacke alleine zu machen — gleichzeitig

Ich höre du hast Hunger, gleichzeitig muss ich schon seit einer Stunde aufs Klo.

 

 

Gewaltfreie Kommunikation – auf Bedürfnisebene gibt es keine Konflikte, nur auf Strategie oder Werteebene.

Gewalt im Sinne der GfK ist, wenn ich nur meine Bedürfnisse im Blick habe, allen im Blick habe und meine Bedürfnisse durchsetzen will.

Achtung: Heißt aber auch nicht, dass ich nun die anderen auf den hohen Sockel stellen soll.

 

BILD (Grafik Konflikt)

 

Letzter Satz zu Bedürfnisse:

Grundannahme; Keine Konflikte auf Bedürfnisebene – nur auf Werte oder Strategieebene.

Ich habe Hunger, mein Mann hat Hunger (Bedürfnis 1 = Bedürfnis 2)

Nur die Umsetzung (das nennt man in der GfK „Strategie“, also wie erfülle ich mir dieses

Pizza, Salat

GFK in kurz: Konflikte lösen ohne Gewinner und Verlierer

 

 

 

 

 

 

Jetzt kommen die Gefühle ins Spiel

In der GfK spricht man auch nicht von guten und schlechten Gefühlen sondern von angenehmen und unangenehmen Gefühlen. Ohne Wertung, die einen sind halt eher angenehme.

 

Alltag: Hunger – 5 Stunden zu essen – unangenehmes Gefühl

Ich brauch Schlaf – mein Kind weckt mich zum dritten Mal Tiefschlaf

 

Mein Mann, hat die Spülmaschine ausgeräumt, mit meine Lieblingsblumen mitgebracht und sagt „Ich habe eine Babysitter, wir Heute gehen nur wir

 

Viele von uns haben die Verbindung zu uns und unseren Bedürfnissen verloren.

Mama, ich habe hunger – kann nicht sein, du hast

Aua – komm schon, so sehr hat das nicht weh getan

Ich hab Angst, ach davor brauchst

 

 

ABER ALLE SIND OKAY

Gefühle sind wie das Wetter: Es darf alles da sein, es geht vorbei.

 

Warnblicker im Auto … wenn ich mich nicht um die Ursache kümmere, bleibt es bestehen und wird meist noch schlimmer und holt sich seine Freunde dazu…

Beim Arzt wäre es Sympton nicht Ursache.

 

Bahnbrechendes: Jeder ist für seine eigenen Gefühle verantwortlich.

Wir sind nicht für die Gefühle der anderen verantwortlich.

Klingt logisch, wie sieht der Alltag aus!

 

Schatz, ich habe gestern meiner Kollegin gesagt ich bin auf Diät und was macht die heute, die bringt Muffns mit, scheiß verdammte Muffins.

 

Dann kommt der Olli ins Büro, der freut sich und sagt noch…

 

 

Wir machen unsere Gefühle von Personen/äußeren Einflüssen abhängig.

 

 

Ich bin Gefühle verantwortlich und ich bin auch für die Erfüllung meiner eigenen Bedürfnisse verantwortlich.

 

Jetzt würde ich gerne noch um die Sache rund zu machen:

Schritt und den letzten Schritt besprechen.

 

Habt ihr Fragen?

 

 

 

 

 

Schritte: Beobachtung weniger Drama im Leben.

 

Der Letzte Schritt: Bitte

Geh den ersten und vergiss den letzten nicht und ich habe da auch noch meine Defizite

Bitte – zuerst Fürs AHA Erlebnis: was unterscheidet eine Bitte von einer Forderung?

Kannst du bitte die Spülmaschine ausräumen? Bitte oder Forderung?

Wir formulieren auch gelegentlich Gefühle und lassen den Gegenüber damit stehen:

Ich habe Hunger.

 

Spannede Fragen sind dann: wir treten nicht einfach Türen ein, sondern klopfen an:

 

Aufmerksamkeitsbitten:

Wärst du bereit mir zuzuhören, ich würde gerne was mit dir teilen?

Hast du kurz Zeit, ich möchte mit dir was besprechen?

 

Und schließen sie auch wieder ab:  Was kommt bei dir an? Wie geht es dir damit, wenn du das hörst.

 

Quick-Learning: „aber“ durch „gleichzeitig“ ersetze

 

Chidlren see – children do!

Lesen ist wichtig, ich maches es selber nicht.

 

Für Eltern:

Verstehe heißt nicht einverstanden sein.

Eltern haben die Führung und Verantwortung.

Wenn ihr euch veränderung in der Familie wünscht

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